EU-Studies am Institut für Sportwissenschaft Münster: „Bewegung und Gesundheit“ von Kindern und Jugendlichen ein großes Thema

Münster. Das Institut für Sportwissenschaft (IfS) der Westfälischen Wilhelms-Universität (WWU) wurde als Institut für „Leibesübungen“ 1925 gegründet und gehört zu den ersten Universitätsinstituten in Deutschland, an denen das Fach Turnen als reguläres Fach für das Lehramtsstudium eingeführt wurde. Seit 2015 ist es Mitglied im Europäischen Netzwerk der Akademien des Sports. Im Folgenden stellt es seine derzeitigen Aktivitäten vor.

Sieben Arbeitsbereiche mit mehr als 60 Institutsmitgliedern: das Institut für Sportwissenschaft der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster. Foto: IfS

Sieben Arbeitsbereiche mit mehr als 60 Institutsmitgliedern: das Institut für Sportwissenschaft der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster. Foto: IfS

Heute umfasst das Institut für Sportwissenschaft sieben Arbeitsbereiche (AB) mit mehr als 60 Institutsmitgliedern. Zum Institut gehört eine Vielzahl von sportwissenschaftlichen Fachdisziplinen: Bewegungs- und Trainingswissenschaften, Sportgeschichte und Sportpädagogik, Sportdidaktik und Sportunterricht, Bewegung, Spiel und Sport im Kindesalter, Sportpsychologie, Sozialwissenschaften des Sports. Das Institut für Sportmedizin gehört der Medizinischen Fakultät an. Im Jahr 2013 wurde eine weitere Abteilung eingeführt: Europäische Studien im Kinder- und Jugendsport in Schule und Sportverein (kurz: EU-Studies), geleitet von Senior-Professor Roland Naul.

Internationale Kooperations- und Forschungsprojekte mit europäischen und außereuropäischen Partnern aus Hochschulen und Sportorganisationen bestimmen seit den 1990er Jahren das Gesamtbild des Instituts mit seinen verschiedenen Arbeitsbereichen. Gleichwohl stehen einzelne Themen und Studien im Rahmen von länderübergreifenden Kooperations- und Forschungsprojekten im Fokus einer „Europakompetenz“ am Institut für Sportwissenschaft der WWU.

Im Rahmen eines internationalen Projektes “Active I – Healthy Active Living for Seniors” (http://www.active-i.eu/) entwickelte und implementierte das Institut für Sportwissenschaft der Westfälischen Wilhelms-Universität in Zusammenarbeit mit Partnern aus Deutschland, Irland, Spanien, Italien, Polen und Israel ein Gesundheitsförderungsprogramm für Ältere, das die Aspekte körperliche Aktivität, gesunde Ernährung und mentales Wohlbefinden beinhaltete.

Neben einem Kursprogramm wurde auch ein frei zugängliches Online-Tool http://www.plan50plus.eu/home.html entwickelt. Das Projekt wurde durch die Europäische Kommission (Lifelong Learning Programme: 539664-LLP-1-2013-1-DE-GRUNDTVIG-GMP) von November 2013 bis April 2016 gefördert.  In einem dreijährigen (2015-2018) internationalen Projekt “WHOLE – Wellbeing and Healthy Choices for Older Adults and their Carers”( www.project-whole.com) arbeitet das Institut für Sportwissenschaft der Westfälischen Wilhelms-Universität gemeinsam mit Partnern aus Deutschland, Irland, Österreich, Israel, Bulgarien und Griechenland an einer e-learning-Plattform für Pflegekräfte und Pflegebedürftige. Zur Verbesserung der Gesundheit und des Wohlbefindens werden Informationen und Übungen zur körperlichen Aktivität und einer gesunden Ernährung im Rahmen der täglichen Pflege online zur Verfügung gestellt. Finanziert wird dieses Projekt durch das Erasmus+-Programm der Europäischen Union (2015-1-DE02-KA204-002418).

Die Abteilung „EU-Studies“ konzentriert sich auf Forschungs- und angewandte Evaluationsstudien zu „Bewegung und Gesundheit“ von Kindern und Jugendlichen, zu „Bewegung und Selbstkonzept“ in Ganztagsschulen und „Werteerziehung im Sport“ als Teil des Schul- und Vereinslebens.

Mit verschiedenen Projektpartnern aus den Niederlanden, Belgien und Luxemburg sowie aus Polen und Tschechien sind EU-Studien geplant und werden teilweise zu diesen Themenstellungen bereits durchgeführt (www.uni-muenster.de/Sportwissenschaften/EU-studies/Team.shtml).

Im Frühjahr 2017 wurde ein langjähriges internationales Review-Projekt über den Stand und die Entwicklung der Olympischen Erziehung in 20 weltweit ausgesuchten Ländern abgeschlossen und im Routledge-Verlag publiziert. Aus Europa haben daran Kolleginnen und Kollegen aus Großbritannien, Frankreich, Spanien, Griechenland, Polen, Tschechien, Russland und der Ukraine mitgewirkt.

Gegenwärtig werden weitere EU-Studien mit Unterstützung aus verschiedenen Fonds mit Schwerpunkten im Gesundheitssport von Senioren und Seniorinnen, von Lehramtsstudierenden im Praxis-Semester und zur Förderung des Kinder- und Jugendsports in kommunalen Netzwerken zwischen Schule und Sportorganisationen gemeinsam mit Partnern aus mehreren Mitgliedsländern der EU durchgeführt. Auch der internationale, englischsprachige Bachelor of Science-Studiengang „Human Movement in Sport and Exercise“, der im Wintersemester 2014/15 eingeführt wurde, ist mit seinen Themen und Praktikumsplätzen europäisch verankert.

Im Jahr 2015 wurde unter Mitwirkung des AB „EU-Studies“ der Forschungsverbund „CEREPS“ in Luxemburg gegründet. CEREPS ist ein verbandsübergreifender Forschungsrat (Conseil europeén des recherches en l’education physique et sportive), der unter anderem Ende Juni 2017 in Zusammenarbeit mit seinen Mitgliedern und dem neuen EU-Zentrum der WWU den CEREPS 2017 Summit in Brüssel vorbereitet und organisiert. Das diesjährige Thema lautet mit Blick auf aktuelle Entwicklungen in europäischen Ganztagsschulen zur Bewegungs- und Gesundheitsförderung: „Implementation and Outcome of School-afternoon Programmes in Europe“.

Erster deutsch-polnischer Cross-Duathlon in Drzonków

Drzonków. Der polnische Netwerk-Partner WOSiR Drzonkow hat eine neue Partnervereinbarung mit dem brandenburgischen Triathlonverein Fürstenwalde 1991 unterzeichnet. Das erste Ergebnis der Zusammenarbeit gibt es am Sonntag, 30. April: den deutsch-polnischen Cross-Duathlon Drzonków 2017, ein grenzüberschreitendes Kleinprojekt in der Euroregion Spree-Neiße-Bober.

Angeboten werden eine Hauptstrecke (Start 10 Uhr) und eine Hobbystrecke (12.30 Uhr) im Radfahren und Laufen in Drzonków, Start und Ziel am Picknickplatz.

Weitere Infos:

Cross-Duathlon Drzonków

Anmeldung

drzonkow-plakat_Duathlon_2017_DE

Schwimmen gegen die Armut: Ostbelgier ziehen 123.323 Bahnen

Eupen/Sankt Vith. Beim 22. Schwimmmarathon der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens ist ein bemerkenswertes Ergebnis erzielt worden: Beim Motto „Schwimmen gegen die Armut“ zogen ostbelgische Aktive genau 123.323 Bahnen. Es handelt sich um das drittbeste Ergebnis in der Geschichte des Schwimmmarathons. Pro Länge spendeten die Lions-Clubs erneut 20 Eurocents für Menschen in Not.

22. Schwimmmarathon in den Hallenbädern Eupen, Kelmis, Bütgenbach und Sankt Vith. Mitmachen ist alles beim „Schwimmen gegen die Armut“. Foto: pd

Das Ministerium der Deutschsprachigen Gemeinschaft und die Lions-Clubs aus Eupen und Sankt Vith organisierten den 22. Schwimmmarathon. Die Teilnehmer gingen wie üblich in den Hallenbädern Eupen, Kelmis, Bütgenbach und Sankt Vith an den Start.

Der Endstand: 123.323 Schwimmlängen

Das Resultat teilt sich wie folgt auf:

  • Eupen: 40.634 Bahnen
  • Kelmis: 20.349 Bahnen
  • Bütgenbach: 26.191 Bahnen
  • St. Vith: 36.149 Bahnen

Der Radiosender BRF hatte, wie jedes Jahr, ein Spendentelefon eingerichtet. Wer sich nicht in einen Badedress werfen wollte, konnte im Funk einen solidarischen Beitrag leisten – insgesamt eine tolle Aktion!

Zukunftsstadt Bocholt: Mit Sport und Bewegung Quartiere zukunftsfähig und lebendig gestalten

Bocholt. Mit Sport und Bewegung ein Quartier zukunftsfähig und lebendig gestalten – das ist eines der Ziele, welche die Stadt Bocholt im Rahmen des bundesweiten Wettbewerbs „Zukunftsstadt“ verfolgt. In einem Workshop diskutierten Mitarbeiter der Stadtverwaltung, der stadteigenen Gesellschaft Ewibo und der Vereine Leben im Alter sowie Europäische Akademie des Sports (eads) in den Räumen der Freizeithalle Aasee darüber, wie Trendsportarten für Jugendliche und moderne Bewegungsangebote für Ältere in die Quartiersarbeit eingebunden werden können.

Experten beim Workshop zur Zukunftsstadt Bocholt: Prof. Dr. Ulrich Deinet und Prof. Dr. Harald Michels von der Hochschule Düsseldorf erklärten erfolgreiche Quartiersarbeit. Foto: and

Experten beim Workshop zur Zukunftsstadt Bocholt: Prof. Dr. Ulrich Deinet und Prof. Dr. Harald Michels von der Hochschule Düsseldorf erklärten erfolgreiche Quartiersarbeit. Foto: and

Als Experten referierten Prof. Dr. Ulrich Deinet und Prof. Dr. Harald Michels von der Hochschule Düsseldorf. Sie erklärten, worauf man achten müsse, damit Jugendliche den öffentlichen Raum nutzten. „Viele Jugendliche schauen sich auf ihrem Handy Anleitungen für die Tricks der Trendsportarten an“, sagte Deinet. Wenn man in Quartieren Platz für Trendsportarten schaffe, müsse man beispielsweise auch über öffentliche WLAN-Hotspots nachdenken.

Ein weiterer Schwerpunkt des Workshops war ein modernes Bewegungsangebot für Ältere. Die Zahl der älteren Bocholter steigt, gleichzeitig sind sie länger aktiv. „Wir müssen Angebote wie Yoga, Gleichgewichtskurse oder Bewegungsangebote für Demenzerkrankte schaffen“, sagt Reinhardt te Uhle, Koordinator des Zukunftsstadt-Projektes und Leiter der begleitenden Europäischen Akademie des Sports (eads).

Immer an der Wand lang – die Stadt als großer Spielplatz. Beschränkungen gibt es scheinbar nicht. Foto: and

Immer an der Wand lang – die Stadt als großer Spielplatz. Beschränkungen gibt es scheinbar nicht. Foto: and

„Einfache Art, Menschen in Gemeinschaft aufzunehmen“

Praktisch wurde es, als Trendsportcoach Pascal Lipinski und die Flüchtlinge Ali, Adi, Meryem und Jasmina die Trendsportarten Slacklining und Parcours vorstellten. „Parcourer sehen die Stadt als großen Spielplatz“, verdeutlichte Lipinski. Der Respekt vor der Umwelt sei dabei genauso wichtig wie der Respekt voreinander. „Sport ist eine einfache Art, Menschen in eine Gemeinschaft aufzunehmen“, so der Trendsportcoach.

Trendsportzentrum am Aasee?

„Wir konnten die Ideen aus der ersten Phase des Wettbewerbs im Workshop weiter verdichten“, erklärte Projektkoordinator te Uhle. Ideen, ein Trendsportzentrum am Aasee zu errichten oder Soccerfelder in Quartieren auszubauen, seien aufgekommen. „Wichtig ist jedoch, dass wir die lokalen Akteure einbinden“, bekräftigte te Uhle.

Projekt Zukunftsstadt

Mit diesem Workshop startete für die Stadt Bocholt die zweite Phase des bundesweiten Wettbewerbs „Zukunftsstadt“. Ein Video des Workshops ist auf www.zukunftsstadt-bocholt.de abrufbar. Weitere Workshops, beispielsweise zum Thema Mobilität, werden folgen. Im Anschluss werden sogenannte Planungszellen, eine Art der Bürgerbeteiligung, durchgeführt. Zuvor hatte sich die 75.000-Einwohnerstadt in Phase eins gegen zahlreiche Konkurrenten durchgesetzt.

Fotolink Workshop Aasee Bocholt

Fotos: andresen-presseservice/Horst Andresen

www.wettbewerb-zukunftsstadt.de

Akademie-Forum Crowdfunding in der Sportschule Emsland in Sögel

Sögel/Emsland. Alternative Finanzierungsmöglichkeiten für Sportvereine stehen im Mittelpunkt des nächsten Forums der Akademie des Sports Hannover: „Crowdfunding, Stiftungen und Co. – für Ideen, die groß werden wollen!“ Es findet am 7. März in der Sportschule Emsland in Sögel (Landkreis Emsland) statt.

ksb-emsland-logoIn Kooperation mit dem Kreissportbund Emsland bietet die Akademie des Sports im LandesSportBund (LSB) Niedersachsen ein Akademie-Forum erstmals dezentral an. Während klassisches Sponsoring an seine Grenzen gerät, gewinnen neue Finanzierungsmöglichkeiten für Sportvereine an Gewicht, zum Beispiel Crowdfunding.

Einer der Referenten in der Sportschule Emsland: Prof. Dr. Ronald Wadsack. Foto: Ostfalia/Institut für Sportmanagement

Einer der Referenten in der Sportschule Emsland: Prof. Dr. Ronald Wadsack. Foto: Ostfalia/Institut für Sportmanagement

Bei dieser meist über das Internet organisierten Finanzierungsform unterstützen Menschen ein Projekt finanziell; im Gegenzug erhalten die Geldgeber bei erfolgreicher Finanzierung eine nicht-finanzielle Gegenleistung als Dankeschön, etwa T-Shirts, Urkunden, Tickets oder Partner-Gutscheine.

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• Veranstaltungstipp/Karte

Basketballturnier der Großregion für Jugendteams in Arlon/Wallonien

Arlon. Die Alliance Arlon im belgischen Wallonien veranstaltet am 15. und 16. April ein großes Basketballturnier für Jugendmannschaften der Altersklassen U 10 bis U 16. Zahlreiche Teams der Großregion aus Lothringen (Frankreich), das Großherzogtum Luxemburg, Saarland und Rheinland-Pfalz (Deutschland) sowie Wallonien (Belgien) spielen gegeneinander. Anmeldungen für weitere Teams sind noch möglich, teilt der Veranstalter mit.

basket-arlon-bannerArlon ist eine Stadt im Südosten von Belgien in der Region Wallonien mit 29.274 Einwohnern. Sie ist die Hauptstadt der belgischen Provinz Luxemburg. Wallonien gehört zum Eurosportpool, der wiederum Mitglied der Großregion ist.

Die gesamte Basketball-Veranstaltung steht im Zeichen der Begegnung junger Basketballspieler, ihrer Fans und Familien. „Wir freuen uns auf ein qualitativ hochwertiges Turnier, und jeder Spieler wird außerdem mit einem Erinnerungsstück nach Hause gehen“, heißt es in der Einladung.

Sie kann hier inklusive Anmeldeformalitäten in Deutsch und Französisch heruntergeladen werden:

basket-tournoi2017-invitationDE

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http://basket-arlon.be/tournoi/
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Ein Großer des Sports ist gegangen: Großregion trauert um Fernand Rachel

Trier/Großregion. Die Großregion im Ländereck Belgien, Luxemburg, Frankreich und Deutschland hat einen ihrer bedeutenden Sportfunktionäre verloren: Fernand Rachel aus dem lothringischen Forbach, zwischenzeitlich auch Präsident des im Netzwerk vertretenen Eurosportpools, ist im Alter von 80 Jahren verstorben.

„Tief bewegt und traurig haben wir erfahren, dass unser Freund aus Lothringen, Fernand Rachel, verstorben ist“, heißt es in einer Mitteilung der länderübergreifenden Organisation. Der Verstorbene bekleidete in seiner langen Funktionärskarriere zahlreiche Ämter, zeigte sich höchst engagiert. Er war bis Oktober 2016 Vize-Präsident des Regionalen Olympischen Komitees von Lothringen und Vize-Präsident des Fußballverbandes Lothringen.

Einer der der letzten öffentlichen Auftritte von Fernand Rachel (rechts mit Jackett): Am 15. Juli 2016 empfängt er zusammen mit Bürgermeister Zingraff in Saargemünd die Teilnehmer der Fairplay-Tour. Nach einer Schweigeminute gedenkt Fernand Rachel in einer bewegenden Rede der Opfer des Attentats in Nizza und beschwört ein gemeinsames Europa. Foto: Eurosportpool

Einer der der letzten öffentlichen Auftritte von Fernand Rachel (rechts mit Jackett): Am 15. Juli 2016 empfängt er zusammen mit Bürgermeister Marc Zingraff in Saargemünd die Teilnehmer der Fairplay-Tour. Nach einer Schweigeminute gedenkt Fernand Rachel in einer bewegenden Rede der Opfer des Attentats in Nizza und beschwört ein gemeinsames Europa. Foto: Eurosportpool

Fair-Play war stets eine Herzensangelegenheit

Für Fernand Rachel war der Einsatz für die Werte des Fair-Plays in Sport und Vereinsleben stets eine Herzensangelegenheit. Sein Werdegang in der Welt des Sports war außergewöhnlich, sei es als Spieler oder Trainer des US Forbach (eine Epoche, die es ihm erlaubte, ein Buch zu schreiben: „Der Profifußball in Forbach“). In Forbach wurde Fernand Rachel am 20. April 1936 geboren, und in dem kleinen, netten 22.000-Einwohnerort in Lothringen an der Grenze zum Saarland verstarb er auch. Er war Mitglied der Zentralkommission Jugend des Französischen Fußballverbands (FFF) sowie in vielen weiteren Funktionen tätig, die ihm große Anerkennung brachten. Rachel war Ritter der Ehrenlegion und Träger der Goldmedaille des FFF.

Großer Verfechter der deutsch-französischen Zusammenarbeit

2011 und 2012 hat er als Präsident des Eurosportpools neue Impulse für die grenzüberschreitenden Sportbeziehungen in der Großregion gesetzt. Besonders engagierte er sich in grenzüberschreitenden Jugendprojekten wie den „balance-Fußballturnieren“, der Fairplay-Tour der Großregion und der Jubiläumsradtour Paris-Berlin.

Zusammen mit dem Landessportbund Rheinland-Pfalz war der Lothringer redaktionell an einem Fußball-Glossar des Deutsch-Französischgen Jugendwerks maßgeblich beteiligt. „Fernand Rachel war ein großer Verfechter der deutsch-französischen Zusammenarbeit im und außerhalb des Sports“, heißt es in einer Würdigung der Großregion: „Der Sport in der Großregion verliert einen seiner kompetentesten Persönlichkeiten. Unsere Gedanken und unser Mitgefühl sind bei seinen Angehörigen.“

Ehrendoktorwürde: Karls-Universität Prag zeichnet Professor Dr. Roland Naul aus

Prag/Münster. Professor Dr. Roland Naul, Seniorprofessor am Institut für Sportwissenschaft der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU), hat an der Karls-Universität Prag in Tschechien die Ehrendoktorwürde erhalten. Damit wurden seine langjährigen Verdienste um die Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Sportwissenschaft, der Förderung der olympischen Erziehung und der Gesundheitsförderung in Europa gewürdigt. Das Institut der Uni Münster ist seit 2015 auch Mitglied im Europäischen Netzwerk der Akademien des Sports.

Professor Dr. Roland Naul (vorn) bei der Verleihung der Ehrendoktorwürde an der Universität Prag. Die feierliche Zeremonie fand in Anwesenheit zahlreicher tschechischer Universitäts-Rektoren sowie des Rektorats und der Dekane der Karls-Universität statt. © UK, René Volfík

Professor Dr. Roland Naul (links) während der Verleihung der Ehrendoktorwürde an der Universität Prag. Die feierliche Zeremonie fand am 31. Januar in Anwesenheit zahlreicher tschechischer Universitäts-Rektoren sowie des Rektorats und der Dekane der Karls-Universität statt. © UK, René Volfík

Seit 2013 ist Roland Naul Seniorprofessor für europäische Studien im Sportunterricht und im Jugendsport an der WWU, wie die Universitätspressestelle berichtet. Zuvor war er Professor für Sportwissenschaft und Sportpädagogik an der Universität Essen beziehungsweise Universität Duisburg-Essen (1980 bis 2013).

Roland Naul, wohnhaft in Havixbeck bei Münster, war für Lehraufträge, Sommerschulen und Gastprofessuren an zahlreichen internationalen Universitäten und Forschungseinrichtungen tätig, darunter die University of Minnesota, Minneapolis (USA), das Zinman College for Physical Education and Sport Sciences, Netanya (Israel), die University of Alberta, Edmonton (Kanada), die Internationale Olympische Akademie und die Tongji-Universität, Schanghai (China).

Mit der Karls-Universität in Prag verbindet ihn eine fast 40-jährige Zusammenarbeit. In deren Verlauf führte er unter anderem zwei EU-weite Jugendsportstudien sowie das erste tschechisch-deutsche Symposium in der Sportwissenschaft durch.

Große Verdienste um die Gesundheit von Kindern in Schulen

Darüber hinaus hat Roland Naul in den vergangenen Jahren unter anderem große Verdienste um die Gesundheit von Kindern an Schulen erworben: Er war Leiter und Mentor des Projektes „Gesunde Kinder in gesunden Kommunen“ (gkgk) in Deutschland und den Niederlanden. Zahlreiche Kommen beteiligten sich an der guten Sache für mehr Bewegung der Schulkinder – einhergehend mit gesünderer Ernährung, Stichwort: gesundes Frühstück and en Schulen in Unterrichtspausen. Auch in Polen wird es bald gkgk geben, nicht zuletzt auf Initiative von Roland Naul, der in der Europäischen Akademie des Sports Bocholt/Velen einen starken lokalen Partner hatte.

Quelle: wwu-news, and.

Mehr Infos zu Roland Nauls Wirken: akademische Ausbildung, beruflicher Werdegang

Fotos der Verleihung der Ehrendoktorwürde an der Karls-Universität Prag

Dritter Mediasportkongress in Eupen

Eupen. Die Deutschsprachige Gemeinschaft Belgiens in Eupen ist Mitveranstalter des dritten Sportkongresses. Er wird von der Firma Mediprosport ausgerichtet und findet am 25. März im Europasaal der DG-Regierung an der Gospertstraße 1 statt.

DG-sportkongress-eupen1Zielgruppe sind Sportler, Trainer, Übungsleiter, Betreuer, Physiotherapeuten und weitere sportlich Interessierte.  Erstes und wichtiges Thema des Kongresstages ist Doping. Darin geht es laut Infos des Veranstalters um Medikamentenmissbrauch, mögliche Prävention und Doping-Kontrollmechanismen mit all ihren Auswirkungen.

Alle Infos und Anmeldungen zum Mediasportkongress

Erst pauken, dann kicken: Integration von Flüchtlingen in internationaler Fußballakademie des 1. FC Bocholt

Bocholt. In Bocholt ist die erste internationale Fußballakademie gegründet worden: Fußball-Oberligist 1. FC Bocholt wurde aktiv und nahm sich in großem Stil der Integration von Flüchtlingen an. Nach dem Motto: „Erst pauken, dann kicken“ werden Jugendliche und junge Männer zweimal wöchentlich zunächst Deutsch-Unterricht im Klubheim des Vereins am legendären Hünting erhalten und anschließend Fußball spielen. Wegbereiter der Fußballakademie ist die Europäische Akademie des Sports (eads) mit Sitz im Europahaus Bocholt, Gründungsmitglied im Europäischen Netzwerk der Akademien des Sports.

Deren Leiter Reinhardt te Uhle „ist der geistige Vater unserer Akademie“, sagte FC-Präsident Ludger Triphaus während der Vorstellung im Klubheim des Vereins, der in guten Zeiten zweimal in der zweiten Liga vertreten war und damals Zuschauerzahlen von 15.000 und mehr am Hünting verzeichnen konnte. Diese groß angelegte sportliche Integrationsmaßnahme ist in dieser Form offenbar die erste im Westmünsterland.

Begeisterung beim Start der ersten internationalen Fußballakademie im Westmünsterland beim 1. FC Bocholt: Sitzend von links Jürgen Beese, Ludger Triphaus, Benedikt Püttmann, Hans-Gerd Kaiser, stehend ganz rechts Reinhardt te Uhle (eads) und Sportler. Foto: Horst Andresen

Begeisterung beim Start der ersten internationalen Fußballakademie im Westmünsterland beim 1. FC Bocholt: Sitzend von links Jürgen Beese, Ludger Triphaus, Benedikt Püttmann, Hans-Gerd Kaiser, stehend ganz rechts Reinhardt te Uhle (eads), daneben Deutschpauker Christian Seidel sowie Sportler im Klubheim. Foto: Horst Andresen

36 Spieler beim ersten Training

36 junge Männer aus zahlreichen Nationen wie Syrien, Afghanistan, Ägypten, Nigeria, Eritrea oder Ghana trainierten zum Auftakt auf einem Kunstrasenplatz. Sie alle sind aus ihren Heimatländern geflüchtet und wollen Fuß fassen in Deutschland. Helfen soll ihnen dabei die internationale Fußballakademie, die Sprachförderung und Sport miteinander verknüpft. Am Dienstag, 31. Januar, wurde sie offiziell eröffnet.

Wie kann Integration gelingen? Darüber hatten sich die Bocholter Verwaltung und die städtische Tochtergesellschaft Ewibo (Entwicklungs- und  Betriebsgesellschaft), die in Bocholt die Flüchtlingsarbeit koordiniert, zusammen mit Reinhardt te Uhle von der Europäischen Akademie des Sports (eads) Gedanken gemacht. Hinzu kamen Anregungen aus ehrenamtlichen Gruppierungen. Die Ideen wurden gebündelt und fanden vom Reißbrett den Weg in die Umsetzung: Heraus kam die Gründung der Fußballakademie. Mit dem 1. FC Bocholt fanden die Ideengeber schnell einen sportlichen Partner. „Wir wollen als Verein Zeichen setzen. Wo, wenn nicht in einem Sportverein, kann die Integration funktionieren?“, fragte Triphaus. Seine Antwort: die Akademie. „Im Sport und besonders im Fußball werden doch am besten Werte vermittelt wie Disziplin, Teamfähigkeit, Kampfstärke, Freude, Vertrauen, Durchsetzungsvermögen. All dies wird entwickelt und weitervermittelt in Verbindung mit der Sprache und den Werten dieses Landes.“

Zweimal wöchentlich Training für Kopf und Körper

Zweimal in der Woche werden Kopf und Körper trainiert. Begonnen wird mit einer Stunde Deutschunterricht. Dafür stellt der 1. FC eigens einen Raum im Vereinsheim zur Verfügung. Streng formal wie in der Schule soll es dabei nicht zugehen, auch wenn der Name „Fußballakademie“ zunächst anderes vermuten ließe. „Wir wollen Sprache alltagsbezogen und praktisch auf zunächst einfachem Level vermitteln“, sagt Christian Seidel, der mit Aras Enez die Deutschstunde ehrenamtlich leitet. Seidel kennt sich in der Flüchtlingsarbeit als „Bocholter Starthelfer“ bestens aus.

Nach der Kopfarbeit ist Bewegung angesagt. FC-Trainer Frank Nehling und Emad Ayad bitten aufs Fußballfeld. Und auch dort geht´s nicht vorrangig um den perfekten Spannschuss oder die gewiefte Abseitsfalle. Verständigung trotz kultureller Unterschiede, gut miteinander auskommen, sich unterstützen, Toleranz und Respekt zeigen. Triphaus: „Hier kann der Fußball zeigen, was für eine integrative Kraft in ihm steckt.“

„Wichtig ist zunächst: Spaß haben“

Der 1. FC Bocholt mache sich seit Beginn der Flüchtlingskrise für die Integration geflüchteter Menschen über den Sport stark, so Triphaus. „Wichtig ist zunächst: Spaß haben. Der fußballerische Teil wird sich dann entwickeln – das kann natürlich auch in jedem anderen Verein in Bocholt sein. Das liegt an der jeweiligen Leistungsstärke, die jemand erreicht.“

Den allgemeinen  Nutzen des Projekts betont auch Benedikt Püttmann, Leiter des Fachbereichs Jugend, Familie, Schule und Sport der Stadt Bocholt: „Bei der Fußballakademie gibt es mehrere Gewinner: die Teilnehmer profitieren, der Fußballsport gewinnt, der Bocholter Sport insgesamt wird gestärkt. Die Stadt Bocholt stellt die Plätze zur Verfügung. Auch einen Satz neue Bälle kommt von uns.“

Jürgen Beese, Leiter des städtischen Fachbereichs Soziales, und Hans-Gerd Kaiser, stellvertretender Leiter der EWIBO, stehen ebenfalls hinter der Initiative: „Sport und Sprache gehören zu den Komponenten, die Integration positiv beeinflussen. In diesem Projekt wird erstmals ein zielgerichtetes, regelmäßiges Angebot gemacht in Verbindung mit einem Verein, dem 1. FC Bocholt. Das wird die Integrationsarbeit in Bocholt weiter stärken.“

Das Land NRW fördert finanziell

Die internationale Fußballakademie ist ein Gemeinschaftsprojekt zwischen der Stadt Bocholt, der Entwicklungs- und Betriebsgesellschaft der Stadt Bocholt (Ewibo), der Europäischen Akademie des Sports (eads) und dem 1. FC Bocholt. Finanziell gefördert wird die Fußballakademie durch das Land Nordrhein-Westfalen über die Initiative „KommAn-NRW“. In Bocholt leben nach Angaben der Stadt zurzeit rund 750 Menschen, die Asyl suchen, davon etwa 500 in Unterkünften des Landes Nordrhein-Westfalen.

• Rückfragen zur internationalen Fußballakademie: Reinhardt te Uhle, Telefon +49 (0)2871 217 65-680.

Fotogalerie von andresen-presseservice: http://img.gg/LNFJR9S

© Bruno Wansing/Horst Andresen