EU Health Coach Ausbildung startet in Cottbus

Brandenburgische Übungsleiter*Innen haben im Projekt „Grenzüberschreitende Akademie der Bildung für Gesundheitsprävention und Rehabilitation“ die Möglichkeit, kostenlos einen DOSB Übungsleiter B-Lizenz Komplettlehrgang zu absolvieren. Das EU-kofinanzierte Projekt wird von der Europäischen Sportakademie Land Brandenburg mit dem Olympiazentrum WOSiR Drzonków als Lead-Partner durchgeführt. Die Anmeldung zur ersten Ausbildungsreihe ist ab sofort möglich.

Durch das Projekt sollen vor dem Hintergrund steigender Anforderungen an die Qualifikation von Trainer*Innen gezielt Übungsleiter*Innen aus Brandenburg, die bereits eine DOSB Übungsleiter oder Trainer C-Lizenz besitzen, auf die Arbeit im grenznahen Raum in Deutschland und Polen vorbereitet werden. Die Ausbildung soll zudem den länderübergreifenden Austausch fördern.

Die Schwerpunkte der Qualifizierung liegen in der Vermittlung und Vertiefung relevanter Kompetenzen in den Bereichen Gesundheitsprävention und Rehabilitation. Dabei spielt besonders der praktische Einsatz der erlernten Inhalte im Rahmen der modularen Fortbildungsangebote eine Rolle. Die erste Ausbildungsreihe startet im September 2020 und läuft bis April 2021. Insgesamt erstreckt sich das Bildungsprojekt auf den Zeitraum von Januar 2020 bis Februar 2022 und beinhaltet zwei Ausbildungsgänge, die in Cottbus durchgeführt werden. An 13 Wochenenden heißt es für die Teilnehmer dann in den Modulen Gesundheitstraining, Outdoor-Sport, Rehabilitationssport sowie Kinder- und Jugendsport, ihre Kompetenzen zu entwickeln. Das integrierte Sprachmodul „Polnisch als Fremdsprache“ und ein Praxismodul in Polen vermitteln das notwendige Wissen, um nach dem erfolgreichen Abschluss auf dem polnischen Arbeitsmarkt tätig zu werden.

Zum Abschluss erhalten die Teilnehmer dann die DOSB Übungsleiter B Lizenz „Sport in der Prävention“ und „Sport in der Rehabilitation“, das EU-Health-Coach-Zertifikat und die Berechtigung, Nordic-Walking-Kurse sowie Lauftraining-Kurse nach §20 SGB V über einen Sportverein anzubieten.

Mehr Informationen finden Interessierte unter www.eu-healthcoach.de

Das Projekt wird über das Kooperationsprogramm INTERREG VA Brandenburg-Polen 2014-2020 aus dem Europäischen Fond für Regionale Entwicklung kofinanziert.

Ludger Triphaus: Ein Macher wird 70

Er arbeitete sein Leben lang in der Verwaltung, war aber nie ein Verwalter. Er war und ist ein Macher. An diesem Donnerstag, dem 28. Mai, macht er gezwungenermaßen nichts, wegen Corona. Ludger Triphaus wird 70 Jahre.

2018 ist er aus dem Dienst der Bocholter Stadtverwaltung ausgeschieden, für die er zuletzt jahrelang als Kämmerer den Haushalt aufstellte und als Leitender Sozialdezernent die Entwicklung der Stadt und mehr im Blick hatte – vor allem über die Grenzen hinaus.

Das macht er weiterhin mit großem Engagement als Präsident der Europäischen Akademie des Sports (eads), deren Gründung 1992 vor allem eine Triphaus-Idee war und die klugerweise ihren Sitz im Europahaus in Bocholt hat.

Fördern und fordern

Über den Schreibtisch hinausblicken, fördern und fordern – das ist das Metier des großen Fans der niederländischen Fußballkultur (und des FC Bayern München), der nicht nur als Freund der Nordseeinsel Ameland gerne seine Blicke ins Nachbarland schweifen lässt. Die niederländische Flagge weht an einem Fahnenmast in seinem Garten in Bocholt.

Er war Vorsitzender der Stichting Verbeetering Oude Ijssel Zone sowie Initiator des deutsch-niederländischen Beratungsausschusses bei der Stadt Bocholt – vermitteln, Kontakte knüpfen, Freundschaften verstärken, agieren und aktivieren. Das macht Ludger Triphaus aus. Und das erkannten die gewieften Niederländer, die ihm quasi den Ritterschlag verpassten: Am 29. Januar 2019 wurde Triphaus als einer von wenigen Deutschen von Seiner Majestät König der Niederlande zum Ritter im Orden von Oranje-Nassau ernannt.

Lange Liste an Aktivitäten

Die Liste der Aktivitäten des gebürtigen Borkeners, den es beruflich vor mehr als drei Jahrzehnten nach Bocholt verschlug, ist lang – beruflich und sportlich. Und irgendwie auch miteinander verwoben.

Triphaus arbeitete beim Kreis Borken als Jugendpfleger, war ab 1976 Vorsitzender der Sportjugend im Kreissportbund Borken (KSB) mit 28.000 Mitgliedern, entwickelte Mitte der 1980er Jahre das landesweit anerkannte Breitensportprogramm „Fittikus“ mit und wurde 1989 Nachfolger des unvergessenen Karl-Heinz Bickmann als KSB-Vorsitzender.

Aus der Idee einer europäischen Bildungsstätte – im Verbund mit der Geldersen Sport Federatie (GSF) in Arnheim – erwuchs 1992 im Sportschloss Velen die Europäische Akademie des Sports. Sie hat sich seit jeher der Entwicklung des grenzüberschreitenden Sports verschrieben mit zahlreichen von der EU und der Euregio geförderten Programmen, meist fokussiert auf Bewegung und Gesundheit.

Triphaus formulierte zum 25-jährigen Bestehen 2017 unter anderem: „Seit ihrer Gründung versteht sich die Europäische Akademie des Sports als Plattform für einen deutsch-niederländischen Dialog. In vielen Veranstaltungen war sie Vorreiter und Vermittler von Denkanstößen. Themen wie Fußball und Fangewalt, die wirtschaftliche Bedeutung des Sports, EU-Recht und -Sport oder die Bedeutung des Sports im zusammenwachsenden Europa waren nur einige Themen, die für Aufmerksamkeit gesorgt haben“, erklärte Triphaus damals bei einem Festakt im Europahaus: „Die Europäische Akademie des Sports ist ein Kleinod, das vielen Sportvereinen, Sportorganisationen und Kommunen Unterstützungsleistungen im deutsch-niederländischen Dialog hat anbieten können.“

1999 war die eads Gründungsmitglied des Netzwerks der Europäischen Akademie des Sports, dem heute knapp 20 Organisationen aus ganz Europa angehören. Eine internationale Ausrichtung – und Ludger Triphaus war mit im Spiel, wurde kürzlich noch zum 20-jährigen Bestehen geehrt.

Großes Vorhaben: 1. FC Bocholt in die Regionalliga führen

2013 wollte so recht niemand Präsident des (heutigen Fußball-Oberligisten) 1. FC Bocholt werden. Triphaus warf seinen Hut in den Ring. Gerade wird eine neue Tribüne am legendären Hünting gebaut, der weiland Zweitliga- und DFB-Pokalspielhits (1984 1:2 im Viertelfinale gegen Bayern München) erlebt hat. Und den Triphaus zu gerne wieder in höhere Sphären zurückführen möchte: Der Macher sitzt mit dem neuen Trainer Jan Winking (24) am Regiepult Richtung Regionalliga.

„Ritterschlag“: Am 29. Januar 2019 wurde Ludger Triphaus (hier mit Ehefrau Maria) als einer von wenigen Deutschen von Seiner Majestät König der Niederlande zum Ritter im Orden von Oranje-Nassau ernannt; links Laudator Bert Kuster, Gemeinde Oude Ijsselstreek. Fotos: Horst Andresen © andresen-presseservice / Horst Andresen

Neues Projekt: Gute Kitas MIT gesunden Kindern – umfassende Bewegungsförderung im Kleinkindalter

Erstmals wird sich ein Projekt der Euregio mit der Bewegungsförderung von Kindern im Kindergartenalter grenzüberschreitend beschäftigen. Das Projekt „Gute Kitas MIT gesunden Kindern – umfassende Bewegungsförderung im Kleinkindalter“ wurde durch den Euregiorat genehmigt. Es erhält eine Förderung im Rahmen des Interreg-V-Projekts “Rahmenprojekt Priorität II für das EUREGIO-Gebiet“ und läuft bis März 2021. Die Europäische Akademie des Sports (eads) wird Partner im grenzüberschreitenden Projekt und ihre Netzwerke und Ressourcen für eine erfolgreiche Durchführung einsetzen.

Leadpartner des Projekts ist der Partner die Hogeschool Arnhem en Nijmegen mit dem Institut für Sport und Leibeserziehung.

Weitere Partner sind: das Willibald-Gebhardt-Institut Münster, die Westfälische Wilhelms-Universität Münster, Institut für Erziehungswissenschaften und die Stichting GKGK Niederlande.

 

eads Vizepräsident Theo Joosten Direktor der Universität Amsterdam

Theo Joosten, Vizepräsident der Europäischen Akademie des Sports (eads), ist zum Direktor der Fakultät für Verhaltens- und Bewegungswissenschaften an der Freien Universität Amsterdam ernannt worden. Joosten ist seit vielen Jahren der eads verbunden und engagiert sich vor allem aus niederländischer Sicht für grenzüberschreitende Belange.

Die Uni Amsterdam hat mehr als 20.000 Stunden in neun Fakultäten. Sie wurde 1880 gegründet und gilt als älteste Universität der Niederlande. Mehr als 300 Professoren gehören zu den 2200 Mitarbeitern.

ERASMUS+ Antrag gestellt: Erster Meilenstein im europäischen Berufsschul-Projekt erreicht

Der nächste Schritt ist gemacht: Unter dem Namen Module carousel in vocational sports education hat das Partnerkonsortium den Projektantrag im Programm ERASMUS+ gestellt. Neben dem ROC van Amsterdam MBO College Hilversum, das als Lead-Partner die Verantwortung für die Projektsteuerung und -führung hat, ist die VALTAKUNNALLINEN VALMENNUS-JA LIIKUNTAKESKUS OY aus Finnland, das CEES aus Spanien und die ESAB mit ihren Beruflichen Schulen beteiligt.

Die Projektpartner sind sich einig: In Zeiten von geschlossenen Grenzen und Reisebeschränkungen im Kontext der Corona Krise ist es umso wichtiger, dass europäische Kontakte zu gegebener Zeit wieder intensiviert werden. Dazu ist das Projektziel, grenzüberschreitenden Wissenstransfer durch den Austausch von Lehrkräften und Schülern zu fördern, prädestiniert. Die modularen Bausteine bilden aufeinander abgestimmte Themenkomplexe und ermöglichen den Partnern, ihr individuelles Kompetenzprofil einzubringen. Geplant sind unter anderem Module wie E-Health, E-Sports oder Betriebliches Gesundheitsmanagement – letzteres durch die Beruflichen Schulen des ESAB.

Auf die Bewertung der ERASMUS+ Agentur werden die Projektpartner noch bis zum Ende des Sommers warten müssen.


Euroregion Spree-Neisse-Bober startet Petition für Grenzpendler

Die Schließung der deutsch-polnischen Grenze auf Grund der Corona-Pandemie betrifft alle Europäischen Mitgliedsstaaten und schränkt die vertrauensvolle Zusammenarbeit stark ein.
Ganz besonders hart betroffen sind davon die sogenannten Grenzpendler. Im Gegensatz zum Vorgehen an vielen anderen Grenzen zwischen den EU-Mitgliedsstaaten gibt es entlang von Neiße und Oder für sie keine Ausnahmereglungen, sondern bei einer Rückkehr von der Arbeit ins Heimatland droht ihnen eine 14-tägige Quarantäne.
Eine entsprechende Aufhebung dieser bestehenden Verpflichtung hat eine aktuelle zweisprachige Petition zum Ziel, die an die polnische Regierung gerichtet ist.

 

ESAB trifft starke Partner in Westpommern

Stettin, 27.02.2020

In der Hauptstadt der polnischen Woiwodschaft Westpommern haben die ESAB Geschäftsführerin Cornelia Christiansen und Marta Tuliszka, verantwortlich für die internationalen Kooperationen und das Europäische Netzwerk des Akademien des Sports (ENdAS), einen Gesprächsmarathon zurückgelegt: Mit gleich drei Organisationen standen Gespräche über zukünftige Projekte und neue Ideen auf dem Programm.

Ein erstes Kennenlernen und der Austausch über Projektpotentiale standen im Fokus bei einem Arbeitsgespräche mit der Dekanin der Fakultät für Körperkultur und Gesundheitsförderung der Universität Stettin. Dabei identifizierte Dr. Marta Stępień-Słodkowska nach der Vorstellung der ESAB Fachhochschule für Sport und Management schnell grundlegende wissenschaftliche Forschungsfelder für einen lohnenden Austausch. Schließlich sind beide Hochschulen auf den Gebieten Gesundheitsmanagement, Gesundheitsförderung sowie Sportdiagnostik aktiv. Und auch die Mitarbeit im internationalen Engagement des ENdAS, das erst das Zentrum für Public Health der Medizinischen Universität Wien aufgenommen hat, reizt die polnische Wissenschaftlerin.

Seit nunmehr einem Jahr ist die Westpommersche Sportföderation ZFS Mitglied im ENdAS. Nachdem zuletzt die Zusammenarbeit erste konkrete Aktivitäten auf den Weg gebracht, folgte nun die Abstimmung mit ZFS-Präsidenten Sławomir Strąkowski zur ersten Netzwerktagung in Stettin, die im April in der Oderstadt stattfinden wird. Nach der Präsentation über die gemeinsam realisierten Maßnahmen 2019 diskutierten die Partner über Vorschläge zu länderübergreifenden Aktivitäten im neuen Jahr.

Zum Abschluss standen dann bei einer Zusammenkunft mit dem Vizemarschall der Woiwodschaft Westpommern, Stanisław Wziąte, nicht mehr nur Aktivitäten und Projekte auf der Tagesordnung, sondern der Schwerpunkt lag auf den organisatorischen Rahmenbedingungen: Mit seiner Bereitschaft, zusammen mit Krzysztof Wika, die Arbeit der Sportföderation, der Universität Stettin und der Netzwerkpartner zu koordinieren, hat die ESAB einen weiteren starken Förderer an ihrer Seite. Auf Interesse stieß auch die Organisation der jährlichen Sitzung des ESAB Kuratoriums in der angrenzenden Woiwodschaft Lebus. Damit die Zusammenarbeit zwischen Europäischer Sportakademie, ENdAS und den westpommerschen Institutionen in Zukunft an Fahrt aufnehmen wird, unterzeichneten ZFS und die Fakultät für Körperkultur einen Letter of Intent, der auch deutsch-polnische Aktivitäten aufgriff.

Berufsausbildung international: ESAB im Gespräch mit europäischen Berufsschulen

Potsdam, 18.02.2020

In der brandenburgischen Landeshauptstadt hat die Europäische Sportakademie (ESAB) mit Peter Strikwerda, Koordinator für internationale Beziehungen am niederländischen MBO College Hilversum, die Gespräche über ein gemeinsames ERASMUS+ Projekt fortgesetzt – und konkretisiert: Zusammen mit der ESAB Geschäftsführerin Cornelia Christiansen, den Schulleiterinnen der Beruflichen Schulen in Potsdam und Lindow (Mark) sowie Marta Tuliszka, verantwortlich für die internationale Bildungsarbeit, wurde ein grober Fahrplan zur Projektbeantragung aufgestellt und erste inhaltliche Schwerpunkte festgehalten. Als Lead-Partner wird das ROC van Amsterdam MBO College Hilversum, in enger Abstimmung mit den weiteren europäischen Partnern aus Finnland, Spanien und Brandenburg, die Koordination übernehmen.

Peter Strikwerda mit ESAB Geschäftsführerin Cornelia Christiansen

Das Projekt soll unter dem Titel „Sports module carousel based on Learning Outcomes“ durchgeführt werden und hat zum Ziel, den grenzüberschreitenden Wissensaustauch zu fördern, indem Lehrkräften und Schüler zu ausgewählten Themenwochen bei einem Projektbeteiligten zusammenkommen. Die modularen Bausteine bilden aufeinander abgestimmte Themenkomplexe und ermöglichen den Partnern, ihr individuelles Kompetenzprofil einzubringen. Geplant sind unter anderem Module wie E-Health, E-Sports oder Betriebliches Gesundheitsmanagement.

Fairplay Tour der Großregion – ein Erfolg für Körper und Seele

Bei der Fairplay-Tour der Großregion 2019 wurden über 75 000 Euro für Hilfsprojekte in Ruanda und Burundi gesammelt.

 Im Sommer wird viele Kilometer lang in die Pedale getreten, in der Vorweihnachtszeit wird gefeiert!

Die Abschluss-Veranstaltung der Fairplay-Tour ist mittlerweile Tradition geworden. Der Trierer Franz-Josef Euteneuer moderierte die diesjährige Feier bei der Spendenübergabe eher kabarettistisch, eben mit Schwung und Freude, so wie die 800 Kilometer-Fahrradtour verlaufen war.

Der Kabarettist oder, wie Euteneuer sich gerne nennt, „Seelen-Stylist“, lobte die Fairplay Tour-Teilnehmer für ihre Leistung, innerhalb von acht Tagen 800 Kilometer mit dem Fahrrad durch die Großregion zurückgelegt zu haben. Für einen einzelnen wäre das zwar eine sportliche Leistung, aber nichts wirklich Ungewöhnliches. Aber wenn rund 300 Schüler samt Lehrern und Betreuern in die Pedale treten und so insgesamt 227.243 Kilometer zurücklegen, schon.

Die mehr als 300 Tour-Teilnehmer überraschten im Sommer auch oft ihre Eltern, Verwandte und Bekannte mit ihrer Leistungsfähigkeit, ihrer Disziplin und ihrem Engagement für Altersgenossen zumeist im Entwicklungsland Ruanda. Tour-Teilnehmerin Silke Kreuder drückte es so aus: „Fairplay-Tour ist, wenn Freunde zur Familie werden.“

Auf die Fairplay-Tour – Macher um den Lehrer Herbert Ehlen (Jünkerath), den Trierer Sportakademie- Geschäftsführer Klaus Klaeren und die Teilnehmer trifft die Beschreibung zu. Keiner war gezwungen in der letzten Woche vor den Sommerferien bei brütender Hitze durch Rheinland-Pfalz, das Saarland, Luxemburg, Belgien und Frankreich zu radeln, in Turnhallen zu übernachten und sich Sponsoren zu suchen, die die sportliche Leistung mit einer Spende zugunsten Ruandas und der Deutschen Welthungerhilfe (DWHH) honorierten.

 

35 612 Euro kamen für die Primarschule Kabirizi im rheinland-pfälzischen Partnerland in Ostafrika zusammen. 48 390 Euro konnte Hawa Grund-Djigo symbolisch für den Bau der Matara-Grundschule n Burundi entgegennehmen. Die DWH-Mitarbeiterin erzählte, dass nicht nur zu den bereits in Privatinitiative von den Eltern der Kinder gebauten Klassenzimmern sechs weitere hinzukommen, sondern vor allem die Lebensverhältnisse in Burundi davon profitieren. Die mit den neuen Häusern errichteten Wasserzisternen werden auch von der Dorfbevölkerung genutzt, weil sauberes Wasser Mangelware in der Region ist. Die Kinder bauen einen Teil des Gemüses für das Schulmittagessen selbst an. Ein großes Problem: Hygieneartikel für Mädchen. „Es ist tatsächlich so, dass Mädchen neun Wochen im Jahr in der Schule fehlen, weil sie ihre Tage haben. Ich habe Schülerinnen kennengelernt, die sind deshalb von der Schule geflogen“, erzählte Grund-Djigo. Deshalb unterstütze man eine Initiative, die wiederverwertbare Monatsbinden aus Baumwolle herstelle und die Mädchen in der Verwendung unterrichte.

Mehr als 20 000 Euro zur Fertigstellung der Klassenräume an der Matara-Grundschule fehlen noch. „Wir zählen auf euch“, sagte Grund-Djigo mit Blick auf die 22. Fairplay-Tour vom 26. Juni bis 4. Juli 2020.

Diese wird wieder „eine riesige Demonstration für den Sport, für Bewegung, für soziale Kompetenz, Toleranz, Europa und die Großregion, daran besteht kein Zweifel.“ so der Sportakademie-Vorsitzende Georg Bernarding.

Europa schwimmt

Europäische Fachkonferenz „Schwimmen & Schwimmbäder“ in Trier war ein voller Erfolg

Schwimmen ist ein europäisches Thema. Dies wurde bereits zu Beginn der zweitätigen Fachkonferenz in der Europäischen Akademie des rheinland-pfälzischen Sports in Trier deutlich. Organisiert wurde die Veranstaltung von der Europäischen Sportakademie Tier in Kooperation mit dem Europäischen Netzwerk der Akademien des Sports sowie dem EuroSportPool der Großregion.

An zwei Tagen diskutierten Experten aus ganz Europa zu den Erfolgsfaktoren einer gelingenden Schwimmbäderentwicklung und die Auswirkungen der Bäderlandschaft auf Konzepte des Schwimmenlernens.

Am ersten Tag der Konferenz standen daher didaktische Ansätze aus den verschiedenen europäischen Ländern auf der Agenda. Die hohe Bedeutung der Schwimmfähigkeit von Kindern und Jugendlichen hoben dabei zum Auftakt der Landessportbund Rheinland-Pfalz und der zuständige Schulsportreferent des Bildungsministeriums hervor. Weiter ging es mit Berichten aus konkreten Schwimm-Projekten. Dabei stellte die Europäische Sportakademie ihr Konzept der „Kinder-Bewegungs-Akademie“ kurz KiBA vor. Referent Stefan Kolle zeigte auf, wie vor Ort in Kooperation mit der DLRG und den KiTas den Jüngsten die notwendigen Fertigkeiten vermittelt werden.

Von der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit französischer und deutscher Schwimmvereine in Bad Bergzabern ging es zum Programm „Ich kann schwimmen“ vom niederschlesischen Sportverband. Eindrucksvoll stellten die Referenten dar, welche Erfolge sie mit ihren unterschiedlichen Ansätzen verbuchen konnten.

Nachdem die Schwimmkonzepte der Niederlande und der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens (DG) präsentiert wurden, schlossen die Luxemburger Kollegen mit einem Vortrag zu den Herausforderungen des Schulschwimmens im Großherzogtum Luxemburg ab.

Am zweiten Tag eröffneten Georg Bernarding (Vorsitzender Europäische Sportakademie) und Prof. Dr. Lutz Thieme (Hochschule Koblenz) den Themenschwerpunkt „Schwimmbäder“. Besonders eindrucksvoll, war der Kurzvortrag des Bundestrainers „Schwimmen“ des Deutschen Schwimmverbandes (DSV), Hannes Vitense. Er schlug den Bogen zu Fragen der Schwimmausbildung im Spitzensport hin zu der dafür benötigten Bäderinfrastruktur. Die Botschaft war klar: Ohne eine solide Ausstattung mit Schwimmbädern vor Ort und einer guten Vereinsarbeit wäre manches Schwimmsporttalent niemals entdeckt worden.

Stefan Henn, Leiter des Instituts für Sportstättenentwicklung (ISE) zeigte darauf aufbauend auf, dass Schwimmbäder Gegenstand der Kommunal-, Landes und letztendlich auch der Europapolitik sind. „Spätestens wenn es um grenzüberschreitende Schwimmbadprojekte ginge, befinden wir uns auf europäischer Ebene“, so Henn.

Der Geschäftsführer der Bäder Betriebs GmbH (Fulda), Herr Eric Voß, richtete in seinem Vortrag dann auf die Frage, welche Anforderungen an das Bäderpersonal gestellt werden und ob es in Zukunft überhaupt noch genug Badleiter und Bäderfachangestellte geben wird. Sein Vortragstitel brachte die künftigen Herausforderungen dabei auf den Punkt: „Zukunft Personal – Mitarbeiter (f)binden“.

Wie es dennoch gelingen kann, Schwimmbäder erfolgreich zu entwickeln und zu betreiben, zeigte Dirk Osterhoff, der Geschäftsführer der Regionalbad Bingen-Ingelheim GmbH, auf. Hierbei handelt es sich um ein interkommunales Schwimmbad, welches mit einer attraktiven Sauna- und Gastronomielandschaft ausgestattet ist. Genutzt wird das Bad von den Schulen und Vereinen der beiden kooperierenden Kommunen sowie der Öffentlichkeit.

Im Anschluss wurden die Schwimmbadkonzepte in Ostbelgien, Polen (Niederschlesien) und der Niederlande vorgestellt. Vor allem das niederländische Konzept eines standardisierten und multifunktionalen Schwimmbades zeigte auf, wie man mit einer flexiblen Bauweise möglichst viele Funktionen in ein Bad integrieren kann.

Die Kollegen aus dem Luxemburgischen Sportministerium präsentierten ebenfalls ihr Modell eines stark staatlich geförderten und zentral gesteuerten Schwimmbadbaus. Vor allem für das Schulschwimmen und die Schwimmausbildung an den Universitäten ist Luxemburg sehr gut mit Hallenbädern ausgestattet.

Den Abschluss gestaltete Prof. Dr. Lutz Thieme mit einem aktuellen Einblick in das von dem Bundesinstitut für Sportwissenschaft geförderte Projekt „Bäderleben“. Dieses Projekt unternimmt den einmaligen Versuch, einer flächendeckenden Erfassung aller Schwimmbäder in Deutschland zu erstellen. Prof. Thieme zeigte sich optimistisch, dass die ersten Ergebnisse für einzelne Bundesländer im Frühjahr 2020 präsentiert werden können.

Zusammenfassend war die Tagung ein voller Erfolg. Es wurde deutlich, wie wichtig es ist, sich innerhalb Europas zu wichtigen Themen der Sport- und Sportstättenentwicklung auszutauschen. Dabei kommt dem Schwimmsport und auch der dazugehörigen Bäderinfrastruktur in Zukunft eine immer wichtigere Rolle zu. Besonders die Frage, wie möglichst viele Kinder und Jugendliche schwimmen lernen treibt die Verantwortlichen in ganz Europa um. Auch wurde deutlich, dass es auch für verhältnismäßig kleinere Budgets die innovative Schwimmbadkonzepte gibt, die sich lokal umsetzen lassen. Die Veranstalter werden das Thema auch weiterhin bearbeiten und planen bereits die nächsten Projekte und Aktionen.