Europäische Fachkonferenz „Schwimmen & Schwimmbäder“ in Trier war ein voller Erfolg

Schwimmen ist ein europäisches Thema. Dies wurde bereits zu Beginn der zweitätigen Fachkonferenz in der Europäischen Akademie des rheinland-pfälzischen Sports in Trier deutlich. Organisiert wurde die Veranstaltung von der Europäischen Sportakademie Tier in Kooperation mit dem Europäischen Netzwerk der Akademien des Sports sowie dem EuroSportPool der Großregion.

An zwei Tagen diskutierten Experten aus ganz Europa zu den Erfolgsfaktoren einer gelingenden Schwimmbäderentwicklung und die Auswirkungen der Bäderlandschaft auf Konzepte des Schwimmenlernens.

Am ersten Tag der Konferenz standen daher didaktische Ansätze aus den verschiedenen europäischen Ländern auf der Agenda. Die hohe Bedeutung der Schwimmfähigkeit von Kindern und Jugendlichen hoben dabei zum Auftakt der Landessportbund Rheinland-Pfalz und der zuständige Schulsportreferent des Bildungsministeriums hervor. Weiter ging es mit Berichten aus konkreten Schwimm-Projekten. Dabei stellte die Europäische Sportakademie ihr Konzept der „Kinder-Bewegungs-Akademie“ kurz KiBA vor. Referent Stefan Kolle zeigte auf, wie vor Ort in Kooperation mit der DLRG und den KiTas den Jüngsten die notwendigen Fertigkeiten vermittelt werden.

Von der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit französischer und deutscher Schwimmvereine in Bad Bergzabern ging es zum Programm „Ich kann schwimmen“ vom niederschlesischen Sportverband. Eindrucksvoll stellten die Referenten dar, welche Erfolge sie mit ihren unterschiedlichen Ansätzen verbuchen konnten.

Nachdem die Schwimmkonzepte der Niederlande und der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens (DG) präsentiert wurden, schlossen die Luxemburger Kollegen mit einem Vortrag zu den Herausforderungen des Schulschwimmens im Großherzogtum Luxemburg ab.

Am zweiten Tag eröffneten Georg Bernarding (Vorsitzender Europäische Sportakademie) und Prof. Dr. Lutz Thieme (Hochschule Koblenz) den Themenschwerpunkt „Schwimmbäder“. Besonders eindrucksvoll, war der Kurzvortrag des Bundestrainers „Schwimmen“ des Deutschen Schwimmverbandes (DSV), Hannes Vitense. Er schlug den Bogen zu Fragen der Schwimmausbildung im Spitzensport hin zu der dafür benötigten Bäderinfrastruktur. Die Botschaft war klar: Ohne eine solide Ausstattung mit Schwimmbädern vor Ort und einer guten Vereinsarbeit wäre manches Schwimmsporttalent niemals entdeckt worden.

Stefan Henn, Leiter des Instituts für Sportstättenentwicklung (ISE) zeigte darauf aufbauend auf, dass Schwimmbäder Gegenstand der Kommunal-, Landes und letztendlich auch der Europapolitik sind. „Spätestens wenn es um grenzüberschreitende Schwimmbadprojekte ginge, befinden wir uns auf europäischer Ebene“, so Henn.

Der Geschäftsführer der Bäder Betriebs GmbH (Fulda), Herr Eric Voß, richtete in seinem Vortrag dann auf die Frage, welche Anforderungen an das Bäderpersonal gestellt werden und ob es in Zukunft überhaupt noch genug Badleiter und Bäderfachangestellte geben wird. Sein Vortragstitel brachte die künftigen Herausforderungen dabei auf den Punkt: „Zukunft Personal – Mitarbeiter (f)binden“.

Wie es dennoch gelingen kann, Schwimmbäder erfolgreich zu entwickeln und zu betreiben, zeigte Dirk Osterhoff, der Geschäftsführer der Regionalbad Bingen-Ingelheim GmbH, auf. Hierbei handelt es sich um ein interkommunales Schwimmbad, welches mit einer attraktiven Sauna- und Gastronomielandschaft ausgestattet ist. Genutzt wird das Bad von den Schulen und Vereinen der beiden kooperierenden Kommunen sowie der Öffentlichkeit.

Im Anschluss wurden die Schwimmbadkonzepte in Ostbelgien, Polen (Niederschlesien) und der Niederlande vorgestellt. Vor allem das niederländische Konzept eines standardisierten und multifunktionalen Schwimmbades zeigte auf, wie man mit einer flexiblen Bauweise möglichst viele Funktionen in ein Bad integrieren kann.

Die Kollegen aus dem Luxemburgischen Sportministerium präsentierten ebenfalls ihr Modell eines stark staatlich geförderten und zentral gesteuerten Schwimmbadbaus. Vor allem für das Schulschwimmen und die Schwimmausbildung an den Universitäten ist Luxemburg sehr gut mit Hallenbädern ausgestattet.

Den Abschluss gestaltete Prof. Dr. Lutz Thieme mit einem aktuellen Einblick in das von dem Bundesinstitut für Sportwissenschaft geförderte Projekt „Bäderleben“. Dieses Projekt unternimmt den einmaligen Versuch, einer flächendeckenden Erfassung aller Schwimmbäder in Deutschland zu erstellen. Prof. Thieme zeigte sich optimistisch, dass die ersten Ergebnisse für einzelne Bundesländer im Frühjahr 2020 präsentiert werden können.

Zusammenfassend war die Tagung ein voller Erfolg. Es wurde deutlich, wie wichtig es ist, sich innerhalb Europas zu wichtigen Themen der Sport- und Sportstättenentwicklung auszutauschen. Dabei kommt dem Schwimmsport und auch der dazugehörigen Bäderinfrastruktur in Zukunft eine immer wichtigere Rolle zu. Besonders die Frage, wie möglichst viele Kinder und Jugendliche schwimmen lernen treibt die Verantwortlichen in ganz Europa um. Auch wurde deutlich, dass es auch für verhältnismäßig kleinere Budgets die innovative Schwimmbadkonzepte gibt, die sich lokal umsetzen lassen. Die Veranstalter werden das Thema auch weiterhin bearbeiten und planen bereits die nächsten Projekte und Aktionen.