9. Februar 2015

Bocholt. Einer der Mitbegründer der Europäischen Akademie des Sports (eads) Bocholt/Velen hat in bester Verfassung die Vollendung seines 95. Geburtstages gefeiert: Karl-Heinz Bickmann (Foto). Im „Café Sahne“ hielt der frühere Bocholter Verwaltungschef des Amtsgerichtes Hof – und viele Gäste aus Sport und Politik, Justiz und Verwaltung kamen, um Karl-Heinz ein herzliches „Happy Birthday“-Ständchen zu bringen.

„Der Sport muss sich darstellen, artikulieren und Wünsche formulieren“

Den Finger in die Wunde legen, kämpfen,  aufmuntern, Perspektiven aufzeigen: Der rüstige Rentner ist ein Mahner und Warner geblieben. Seine Worte haben nach wie vor Gewicht: „Bei der Größe des Sports in Deutschland ist es eine gesellschaftliche Aufgabe, mehr einzubringen und das Bestmögliche für den Sport herauszuholen. Der Sport muss sich darstellen, artikulieren und Wünsche formulieren.“

Der Senior fühlt sich auch im betagten Alter sichtlich wohl. Davon konnten sich unter anderem Ludger Triphaus, Präsident des 1. FC Bocholt und Vizepräsident der Europäischen Akademie des Sports sowie Akademieleiter Reinhardt te Uhle persönlich überzeugen. Lange Jahre begleitete der Jubilar auch das Geschehen rund um die Akademie, deren europäische Ausrichtung und grenzüberschreitende Arbeit aus dem Kreis Borken heraus – erst recht aus der Nähe zu den Niederlanden – für Karl-Heinz Bickmann immer richtungsweisend und vorbildlich war.

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Gratulation zum 95.: Karl-Heinz Bickmann mit Ludger Triphaus (links), Vizepräsident der Europäischen Akademie des Sports, und Bocholts Bürgermeister Peter Nebelo (SPD). Fotos: and

Gratulation zum 95.: Karl-Heinz Bickmann mit Ludger Triphaus (links), Vizepräsident der Europäischen Akademie des Sports, und Bocholts Bürgermeister Peter Nebelo (SPD). Fotos: and

Karl-Heinz Bickmann, wie er leibt und lebt: Auch zur Vollendung seines 95. Geburtstages am Montag, 9. Februar, sagte er dem Bocholter Bürgermeister (Peter Nebelo, SPD), was ihm an der Stadt nicht so sehr gefällt – zum Beispiel, dass sie durch das insolvente Brauhaus keinen großen Veranstaltungsraum habe. Den brauche die Stadt dringend und auch Bickmanns geliebter Schützenverein St. Georgius.

In Haltern am See am 9. Februar 1920 geboren, verschlug ihn die Liebe 1950 nach Bocholt. Anfangs habe er sich in der neuen Umgebung nicht so wohl gefühlt, erzählte der Jubilar der Gästerunde bei einem Gläschen Sekt. Das legte sich später grundlegend: Der diplomierte Rechtspfleger, als Justiz-Oberamtsrat am 31. Oktober 1983 in den Ruhestand getreten, füllte gewissermaßen als Multifunktionär zahlreiche Ämter aus. Und kein Schuh war ihm zu groß.

Karl-Heinz Bickmann gab immer die Richtung an und wusste für die Sache des Sports zu kämpfen:

  • zum Beispiel in den 1970er Jahren als Vorsitzender des Stadtsportverbandes Bocholt (1971-1975);
  • als langjähriger Präsident des Kreissportbundes (KSB) Borken (1974-1989), dessen Ehrenpräsident er anschließend wurde und in dieser Funktion nach wie vor an Vorstandssitzungen des mittlerweile knapp 150.000 Mitglieder starken KSB teilnimmt;
  • als CDU-Mitglied des Sportausschusses des Kreises Borken (1975-1990);
  • als Mitbegründer der Seniorenunion Bocholt, Seniorenunion Kreis Borken und Seniorenunion Bezirk  Münsterland (zweiter Vorsitzender);
  • als zweiter Vorsitzender der Veranstaltergemeinschaft für den Lokalfunk im Kreis Borken (4. Mai 1987), die damals den Lokalfunk aus der Taufe hob („Radio Westmünsterlandwelle, wmw“);
  • als Vorsitzender des Bocholter Kleingärtnervereins (mehr als drei Jahrzehnte), unter anderem dekoriert mit der Großen goldenen Verdienstnadel des Landesverbandes;
  • als Mitbegründer und Vorsitzender (mehr als 20 Jahre) des Kegelclubs „09“ in der früheren Bocholter Kultkneipe „Kilometerstein 09“ an der Kaiser-Wilhelm-Straße.

Karl-Heinz Bickmann erhielt für sein herausragendes Engagement für Sport und Gesellschaft zahlreiche Auszeichnungen:

  • Seit dem 1. März 1990 ist Bickmann Träger des Verdienstkreuzes am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland;
  • am 25. Juni 1992 wurde ihm die selten vergebene Ehrenplakette des Kreises Borken überreicht;

  • am 16. Dezember 2003 die Sportplakette des Landes Nordrhein-Westfalen, in Düsseldorf verliehen durch den damaligen Sportminister Dr. Michael Vesper und die zweimalige Goldmedaillengewinnerin (Weitsprung und 4 x 100-Meterstaffel) bei den Olympischen Spielen 1972 in München, Heide Ecker-Rosendahl.

 „In fünf Jahren sehen wir uns wieder, spätestens“

Und natürlich sieht sich Karl-Heinz Bickmann nach wie vor Spiele seines 1. FC Bocholt (früher zweite Bundesliga, heute Oberliga) an, für den er natürlich auch Vorstandsarbeit geleistet hat (1967-1975, zweiter Vorsitzender, danach Beisitzer).

Der 95-Jährige wünschte an seinem Festtag seinen zahlreichen Gästen, dass sie genauso alt würden wie er: „Aber nur bei absoluter geistiger Frische.“ Und zum Abschied blickte Karl-Heinz Bickmann – ganz der Alte – voraus: „In fünf Jahren sehen wir uns wieder, spätestens.“


© andresen-presseservice / Horst Andresen