Bocholt. Die Stadt Bocholt ist einer von acht ausgesuchten Standorten in Nordrhein-Westfalen (NRW), um einem generellen Problem im Sport entgegenzuwirken: Ehrenamtliche für Vorstandsarbeit zu gewinnen. Am 1. April startet das neue Projekt mit einer Info-Veranstaltung. Richtungsweisend scheint die Maßnahme auch für viele andere Klubs, nicht nur in deutschen Landen.

Vereine und soziale Initiativen stehen oft vor dem Problem, Nachwuchs für die ehrenamtliche Vorstandsarbeit zu finden. Viele Menschen engagieren sich zwar in Vereinen, haben aber Bedenken, dort einen Vorstandsposten zu übernehmen. Sie befürchten, dass ein solches Engagement zu viel Zeit kostet oder scheuen die Verantwortung. Viele Vereine finden daher nur schwer Personen, die im Vorstand mitarbeiten wollen.

Von  der aktiven Laufbahn Vereine auch passiv unterstützen: In Bocholt startet ein neues Projekt, um Ehrenamtlich für Sportvereine zu gewinnen. Foto: Colourbox.de

Von der aktiven Laufbahn Vereine auch passiv unterstützen: In Bocholt startet ein neues Projekt, um Ehrenamtlich für Sportvereine zu gewinnen. Foto: Colourbox.de

So kommt es dazu, dass Vereinsvorstände oft länger im Amt bleiben als sie es eigentlich wollen oder Vorstandsposten vorübergehend oder auf Dauer gar nicht mehr besetzt werden. Doch ohne Vorstand ist ein Verein nicht handlungsfähig.

Um dieser Entwicklung Einhalt zu gebieten, will die Ehrenamtsförderung der Stadt Bocholt  Verantwortliche in den Vereinen unterstützen. Mitte vergangenen Jahres hat sich daher das Seniorenbüro der Stadt Bocholt, bei dem die städtische Ehrenamtsförderung angegliedert ist, um das von der Robert-Bosch-Stiftung geförderte Programm „Engagement braucht Leadership“ beworben und als einer von insgesamt acht Standorten in NRW den Zuschlag erhalten.

Initiativen zur Besetzung und Qualifizierung ehrenamtlicher Vereinsvorstände

Vorstandsarbeit ist weit mehr als Vereins-Bürokratie. „Vorstände sind immer auch Ideengeber“, sagt Rainer Howestädt, Ehrenamtskoordinator der Stadt Bocholt. „Wer sich im Vorstand eines Vereins engagiert, der bewegt auch konkrete Themen und kann damit den gesamten Verein prägen. Und vielleicht kann schon allein über Informationen und einem Schulungs- und Beratungsangebot die Hemmschwelle zu einem Engagement im Vereinsvorstand deutlich herabgesetzt werden.“

Vereine an der Umsetzung des Projekts aktiv beteiligt.

Erfahrene Leute aus der Vereinsbasis – oder sogar von außerhalb des Vereins – in den Vorstand holen: Dabei werden die Bocholter Vereine ab jetzt mit der neuen Initiative unterstützt. In Zusammenarbeit mit der städtischen Koordinierungsstelle Ehrenamt, der Freiwilligen-Agentur Bocholt und dem Seniorenbüro Bocholt,sollen in der Zeit von August 2015 bis Juli 2016 von Experten geleitete Workshops und Austauschforen  für Vorstände in Vereinen organisiert wer­den und mittelfristig lokale Netzwerke entstehen.  Dies alles orientiert sich an den konkreten Bedürfnissen der Vereine. Sie werden vorab befragt, an welcher Stelle genau Handlungsbedarf besteht.

Informations-Veranstaltung am 1. April

Im Rahmen einer Auftaktveranstaltung am 1. April 2015 um 19 Uhr im Ratssaal der Stadtverwaltung Bocholt können sich die Bocholter Vereine über die Umsetzung des Projektes informieren lassen. Zu dieser Veranstaltung werden in den nächsten Tagen alle Bocholter Vereine per Anschreiben oder per E-Mail eingeladen. Vereine, die versehentlich kein Einladungsschreiben erhalten, können sich beim städtischen Ehrenamtskoordinator Rainer Howestädt unter Telefon 02871 / 953-503 oder E-Mail ehrenamt@mail.bocholt.de melden. Um Anmeldung wird gebeten, teilt die Stadt Bocholt.

„Engagement braucht Leadership“ wird gemeinsam durchgeführt mit der Paritätischen Akademie NRW und einem landesweiten Netzwerk. Gefördert wird das Projekt von der Landesregierung Nordrhein-Westfalen  und der Robert-Bosch-Stiftung. (pid)